„Der Tumor wird dich sehr wahrscheinlich umbringen, wenn wir nicht operieren.“

Die Diagnose ist ein Schock: In Jonas‘ Kopf wuchert ein Hirntumor.

Jonas muss nach der Untersuchung sofort in der Klinik bleiben. Ein kleiner Trost für ihn: Obwohl er schon älter ist, darf er auf die Kinder-Onkologie – und kann sich dort „nebenbei“ beruflich weiterbilden. Die Ärzte dürfen jetzt keine Zeit verlieren. Der Tumor verursacht einen stetig steigenden Druck im Schädel …

 

Bereits zehn Tage nach der Diagnose wird Jonas das erste Mal operiert. Die OP ist so etwas wie eine „Ausgleichsbohrung“, damit Hirnwasser abgeleitet werden kann. Doch das ist nur der Anfang.

 

Die OP: Die Ärzte operieren Jonas am Kopf 13 Stunden lang – im Sitzen.

Die eigentliche Operation, die dem Jungen jetzt bevorsteht, ist hoch riskant. Jonas erinnert sich: „Der Krebs wird dich umbringen, wenn wir nicht operieren, sagte der Arzt zu mir. Aber wenn wir operieren, musst du mit der Beeinträchtigung von Hirnfunktionen rechnen. Die Chance, dass alles gut geht, liegt bei nur etwa 1:3.“ Doch Jonas hat Vertrauen in das Können der Ärzte, die ihn beraten. „Ich würde nie weiter gehen, als ich es bei meinem eigenen Sohn tun würde,“ hat der Hirnchirurg ihm gesagt. Immer wieder geht man die einzelnen Schritte der komplizierten OP gemeinsam in der Computersimulation durch.


Nach der OP kann Jonas zunächst nur die Augen bewegen … Alle sind in Panik.

Dann ist es soweit: In sitzender Position wird Jonas dreizehn (!) Stunden operiert. Der Tumor kann zu großen Teilen entfernt werden. Jetzt heißt die bange Frage: um welchen Preis? Die Familie ist versammelt. Wird Jonas wieder „normal“ aufwachen? Jonas berichtet: „Ich konnte alle im Zimmer sehen, aber kein Wort sprechen und mich nicht bewegen - nur die Augen. Ich spürte, wie Panik in mir aufstieg. Es dauerte 10 Minuten, dann zuckte mein linker Zeh. Dann der rechte und so weiter. Alle hatten Tränen in den Augen.“ Die riskante OP war rundum erfolgreich verlaufen. Alles wurde gut für Jonas!
 

Wenn Dankbarkeit zu Musik wird.

Heute, 6 Jahre später, ist Jonas ein gesunder junger Mann, der jeden fasziniert, der ihn kennenlernt. An der Violine ist er so virtuos, dass er Konzerte gibt und mit seinem Spiel jeden Zuhörer berührt. Um seiner Dankbarkeit für die Heilung Ausdruck zu verleihen, gab er ein umjubeltes Benefiz-Konzert; den Erlös von 5.000 Euro spendete er für die gute Sache. „Es war mir ein Bedürfnis, etwas zurückzugeben“, sagt Jonas.
 

Als hochtalentierter Geigen-Virtuose berührt Jonas die Menschen.

 

„Von heute auf morgen war ich mit dem Schlimmsten konfrontiert: einer möglichen Lähmung, ja dem Sterbenmüssen. Dass es mir heute gut geht, dass ich wie vor der Krankheit tun kann, was ich möchte - lernen, arbeiten, Geige spielen – erfüllt mich mit ständiger Dankbarkeit. Ich musste an Beethovens 15. Streichquartett denken, an den umwerfenden dritten Satz („Danksagung eines Genesenden“, komponiert nach langer schwerer Krankheit). Auch ich musste meine Dankbarkeit unbedingt ausdrücken - deshalb das Benefizkonzert für die gute Sache. Ich möchte allen in der Klinik aus tiefstem Herzen danken: den Ärzten, Pflegern, Schwestern, ebenso allen, die die Krebsforschung voranbringen. Und ich danke meiner Familie, die mir so viel Kraft gegeben hat.“

 

Dieses Jahr (2015) vollendet Jonas seine Ausbildung zum Erzieher. Dabei profitiert er von seinen Erfahrungen aus der Therapiezeit und den Aufenthalten auf der Kinderkrebsstation. Seine Schützlinge fassen besonders schnell Vertrauen zu ihm.

 

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Kinder und Jugendliche, die wie Jonas den Krebs besiegen, verdanken ihr Überleben neuen Therapien aus der Krebsforschung. Diese Forschung zu unterstützen, dafür setzen wir uns mit allen Kräften ein. Wenn Sie uns dabei helfen möchten, freuen wir uns über Ihre Spende.

 


Madeleine Schickedanz
„Es waren sehr persönliche Gründe, die mich 1990 veranlassten, die Madeleine Schickedanz KinderKrebs-Stiftung ins Leben zu rufen.“

Prof. Karl Welte:
"Leben und Gesundheit unserer Kinder sind die höchsten denkbaren Güter, die es auf jede Art und bei immer währenden Bemühungen zu erhalten und sichern gilt."

Tourvideo DJ Bobo



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