„Ich hoffe, es ist nicht das, was ich denke“ sagte die Ärztin.

Leider war es doch, was sie dachte, die Hausärztin von Frau R. und ihrem 12-jährigen Jonte. Beunruhigt war die Mutter mit dem Jungen in die Praxis gekommen. Die Ärztin überwies sofort an die Uni-Klinik Lübeck. Wenig später bestätigte man der fassungslosen Mutter: „Ihr Sohn hat Leukämie.“

Hochdosierte Chemotherapie, Cortison … Jonte in der Strahlentherapie

Für Jonte beginnt das Martyrium der Therapie. Der Krebs ist bereits fortgeschritten, die Ärzte veranschlagen zu Anfang das Hochrisiko-Protokoll, also massive Chemo- und Cortisontherapie, insgesamt acht Blöcke.

Die Therapie setzt dem Jungen furchtbar zu. Neben den üblichen Folgewirkungen muss er eine erschreckende körperliche Schwächung bis zum Verlust der Gehfähigkeit hinnehmen. Gegen die Schmerzen erhält Jonte eine Bestrahlung mit so genannten „Low-Level“-Laserstrahlen.

 

„Und wir konnten Jonte ja kaum helfen …“

„Jonte blieb nichts erspart, und wir als Angehörige fühlten uns nur hilflos“ erinnert sich die Mutter. Zu den üblichen Nebenwirkungen wie Haarausfall, Übelkeit und Schwäche (ohne Rollstuhl ging nichts) tritt zeitweise eine schwere Diabetes.

Ein gutes Dutzend Lumbalpunktionen gilt es durchzustehen. Eines Tages liegt Jonte bewusstlos im Bett: Thrombose der Sinusvene … Intensivstation!

 

 

„Der einzige Typ, der das durchstehen kann, ist der, den ich im Spiegel sehe!“

Jonte winkt aus dem KrankenhausbettDas Erstaunliche: Während Jontes physischer Zustand die Mutter zum Weinen bringt, scheint seine seelische Stärke ungebrochen. Er ist es, der allen stets Mut macht und kategorisch jedes halb leere Glas für halb voll erklärt.

Vermutlich ist es auch die enge Beziehung zum älteren Bruder Jonas, die für Jonte zum unschätzbaren Kraftquell wird.

 


Endlich geht es wieder aufwärts für Jonte. Alle atmen auf.

Schließlich geben die Ärzte das erlösende Zeichen: Der Krebs zieht seine Hand von Jonte zurück, der Junge wird es schaffen. Der Februar 2019 markiert die Wende. Jonte kann sich zunehmend ohne Rollstuhl bewegen. Die Intensiv-Therapie wird nun auf Tabletten umgestellt. Jetzt muss er nur noch zur Kontrolle regelmäßig in die Klinik.

Seit September geht Jonte wieder zur Schule, in die 9. Klasse. Seine alte (!) Klasse, denn dank Haus-Unterricht konnte er versetzt werden. Und sein Zukunftstraum? „Medizin studieren“, kommt prompt die Antwort.

Kinder, die wie Jonte den Krebs besiegen, verdanken ihr Überleben neuen Therapien aus der Krebsforschung. Diese Forschung zu unterstützen, dafür setzen wir uns mit allen Kräften ein. Wenn Sie uns dabei helfen möchten, freuen wir uns über Ihre Spende.