Diagnose Knochenkrebs. Kann Marcel es schaffen?

Marcel hat gerade seinen 14. Geburtstag gefeiert. Einfach herrlich, das Teenagerleben. Wenn bloß diese Schmerzen im Arm nicht wären … Der Kinderarzt kann sich nicht erklären, woher Marcels Schmerzen im Oberarm rühren. Also Kernspintomographie. Das Ergebnis ist alarmierend. Marcel muss sofort in die Uniklink nach Kiel zur weiteren Untersuchung. Dann der Schock: Es ist Knochenkrebs, ein so genanntes Osteosarkom. „Ein sehr bösartiger, schnell wachsender Tumor.“ Das Schlimmste ist jetzt die Ungewissheit: Können die Ärzte Marcel retten? Wird er seinen Arm verlieren? Vor der OP erhält Marcel Chemotherapie. Acht Blöcke, Die Nebenwirkungen sind schlimm: Haarausfall, Erbrechen, Gewichtsverlust.
 
Das Osteosarkom ist die häufigste Form bösartiger Knochentumore. Sehr häufig betrifft er die Knochen der Beine. Aber auch die Armknochen oder andere im Körper können betroffen sein. Typische Symptome sind schmerzhafte Schwellungen. Der Tumor zerstört nach und nach das gesunde Knochengewebe. Der befallene Knochen kann durch die Zerstörung auch leichter brechen. Wichtig ist eine exakte Diagnose. Dabei ist die innovative Medizintechnik unverzichtbar: Neben klassischem Röntgen- sind das Magnet-Resonanz-Untersuchungen, Biopsie und detaillierte Blutanalysen.
 
„Verliere ich meinen rechten Arm?“
 
Marcels rechter Oberarm ist so stark vom Krebs befallen, dass er womöglich nicht zu retten ist. Die Ärzte suchen fieberhaft nach einem Weg. Die OP ist heikel. Die Ärzte operieren volle 5 Stunden! Marcels rechter Oberarmknochen wird zu 2/3 entfernt. Die entnommene Knochenmasse wird durch ein Titan-Implantat ersetzt und direkt mit Marcels Ellbogen verbunden. Dank der spendenfinanzierten Forschung ist auch die Implantatations-Chirurgie so weit vorangeschritten!
 
Aber noch gibt es keine Entwarnung. Die Operation verlief erfolgreich. Was zunächst noch völlig unsicher war – Marcels rechter Arm konnte gerettet werden. Und doch ist der Kampf für Marcel noch nicht gewonnen. Um den Krebs endgültig zu besiegen, muss er noch einmal in die Chemotherapie.
 
„Du fühlst dich sterbenselend.“

Noch einmal 11 Blocks „Chemo.“ Die Wochen der Chemotherapie sind eine Tortur. Die Mutter erinnert sich: „Wir waren immer 5-6 Tage in der Klinik, dann 2-3 Tage zu Hause. Marcelhat sehr gelitten. Er bekam drei Bluttransfusionen. Und zweimal mussten wir nachts in die Klinik, weil er so starkes Nasenbluten hatte.“ Doch Marcel behält seinen Mut. Es geht bergauf. Die Ärzte sind überzeugt: Marcel kann und wird den Kampf gegen den Krebs gewinnen! Frühling 2010 ist es soweit: Am 6. Mai 2010 kann endlich sein Katheter entfernt werden. 
 
Marcel kehrt zurück ins Leben!

Marcel kann im Frühling 2010 zurück an die Schule. Sogar in seine „alte“ Schulklasse! Er ist jetzt 15 und geht in die 9. Klasse. Anfangs für 2-3 Stunden jeden Tag. 
 
Nach der langen Leidenszeit ist selbst das früher Vertraute neu: erster Spaziergang am Meer. 
 
Zwei Eigenschaften haben Marcel während der Krankheit besonders geholfen: sein unerschütterlicher Optimismus und sein Durchhaltewillen. Die helfen ihm auch jetzt: Er schafft 2012 seinen Realschulabschluss – trotz der langen Ausfallzeit. Zu den Kontrolluntersuchungen muss Marcel nur noch alle drei Monate. Es sieht richtig gut aus für Marcel!
 
Marcel startet wieder voll durch!

Ab 1.8.2012 lernt Marcel Kaufmann im Groß- und Außenhandel bei einem Autohändler seiner Lieblingsmarke. Für Marcel geht damit ein langgehegter Traum in Erfüllung. Diesen Erfolg hat er sich einerseits selbst erkämpft – zum anderen hatte er dabei viele wertvolle Helfer: Engagierte, kompetente Ärzte und Pfleger in der Kinderkrebsklinik – und innovative Therapien und neue Erkenntnisse aus der Krebsforschung.
 
Bitte stehen Sie mit uns gemeinsam an der Seite krebskranker Kinder. Kinder, die den Krebs besiegen, verdanken ihr Überleben neuen Therapien aus der Krebsforschung. Diese Forschung zu unterstützen, dafür setzen wir uns mit allen Kräften ein. Wenn Sie uns dabei helfen möchten, freuen wir uns über ihre Spende.


Ein Freitag, der Dreizehnte, wird für die kleine Mia zum Schicksalstag.

Es ist Freitag, der 13. September 2013 gegen 18:00 Uhr abends. Mit Blaulicht rast der Krankenwagen zur Uniklinik in Lübeck. An Bord: Die kleine Mia, gerade 21 Monate alt, und ihre ratlosen Eltern. Mia war doch immer so fröhlich, so lebhaft ... Jetzt liegt sie vor ihnen auf der Transportliege mit hängendem Mundwinkel und seltsam gekrümmten Fingern.


Mehr über Mias Geschichte lesen Sie hier.



Lulu’s Kampf gegen die Leukämie

Plötzlich Krebs. Wie viel kann ein Kind ertragen …?
 
Die achtjährige Lulu ist sehr lebhaft und hält ihre Eltern auf Trab. Bis sich eines Tages alles ändert. „Es begann im Herbst 2009,“ berichtete uns Frau H., „statt wie üblich ganze Tage auf ihrem Pony herumzutoben, wurde Lulu mit einem Mal immer schwächer. Zeitweise war sie ganz apathisch und fror ständig. Der Hausarzt behandelte Pfeiffersches Drüsenfieber, aber über Monate besserte sich nichts.
 
Im Juni 2010 dann der Schock: Wenige Tage, bevor wir nach Mallorca in den Urlaub fliegen wollten, kollabierte Lulu unter schweren Krämpfen. Die Untersuchungen in der Kinderklinik bestätigen unsere schlimmsten Befürchtungen. Der Arzt eröffnete uns das Schreckliche: Es tut mir leid, Ihre Tochter hat Leukämie.“
 
All-Leukämie:
Bei der akuten lymphoblastischen Leukämie (kurz ALL) kommt es zu einer fortschreitenden Verminderung der Knochenmarkfunktion. D. h. es werden nicht mehr genügend rote Blutzellen (Erythrozyten) und Blutplättchen (Thrombozyten) gebildet. Äußere Symptome sind u.a. meist allgemeine Schwäche, Neigung zur Blutung und hohe Infektionsanfälligkeit.
 
Beginn der Chemotherapie. Kein guter Start. 
 
Weitere Untersuchungen, Lumbalpunktion. Die Ärzte beginnen mit der Chemotherapie (MTX). Lulu‘s Situation zu Beginn der Therapie war kritisch. Bereits auf die erste Behandlung reagiert sie extrem: sehr hoher Blutdruck, „PRES“-Syndrom, Krämpfe. Das Kind überstand diese Phase und schlief dann drei Tage ununterbrochen. Die Medikamente wurden gewechselt, aber auch die neuen lösten bei Lulu ungewöhnlich starke Reaktionen aus.
„Die Therapie hab‘ ich von Anfang an nicht vertragen. Es war schlimm.“ Zahllose Blutabnahmen sind erforderlich. Für Lulu zusätzlich beschwerlich, denn ihre feinen Venen sind für Ärzte und Schwestern kaum auffindbar

Alle Nebenwirkungen auf den Beipackzetteln – bei Lulu traten sie auf.
 
Es dauerte Wochen, bis die Ärzte eine für Lulu einigermaßen verträglichen Therapieweg finden konnten. Denn jedes Mal kam es zu der intensiven körperlichen Gegenreaktion: „Lulu musste nicht nur mit allen denkbaren Nebenwirkungen fertig werden, die auf den Beipackzetteln genannt waren – bei ihr traten auch völlig neue auf.“ So die Eltern rückblickend. 
Welches Medikament die Ärzte auch anwenden, Lulu‘s Körper reagiert extrem.
Doch  Lulu verliert ihren Mut nicht – sie kämpft verbissen und entschlossen gegen die Krankheit. Dann endlich ist das Schlimmste überstanden.
 
Geschafft! Am 22.8.2012 gibt es für Lulu die letzte Chemotablette.
 
Lulus Kampf gegen den Blutkrebs war am Ende erfolgreich. Im Sommer 2012 konnte die Therapie abgeschlossen werden. Heute ist Lulu 11 und geht zur Schule. Ihre Haare sind wieder da. Fleißig übt sie Klavier und Schlagzeug (!) – und kann endlich wieder mehr Zeit mit dem Pony verbringen. Mit Physiotherapie, Massage und Ergotherapie versucht man, die Folgewirkungen der Therapie zu beseitigen.
„Jetzt will ich endlich wieder mehr auf meinem Pony reiten – und eine Rock-Band gründen!“ Jedes vierte Kind verliert den Kampf. Noch sind die Therapien fast immer mit Nebenwirkungen verbunden. Wir brauchen ein besseres Verständnis darüber, warum manche Patienten besonders betroffen sind. Das würde dabei helfen, bessere und schonendere Therapieansätze zu entwickeln. Und wir brauchen neue Medikamente, um mehr Kinderleben zu retten.
 
„Wir forschen im Bereich ALL-Leukämie, der häufigsten Kinderkrebserkrankung. Die Madeleine Schickedanz KinderKrebs-Stiftung unterstützt uns dabei seit vielen Jahren finanziell. Wir wissen, dass viele schwere Therapienebenwirkungen genetisch bedingt sind. Könnten wir erkennen, wo welche Übersensibilität im Erbgut markiert ist, wäre es möglich, die Therapie danach auszurichten. Wir wissen, dass viele Kinder wahrscheinlich weniger intensiv therapiert werden könnten. Unsere Studien helfen uns, die Diagnostik weiter zu verfeinern, die Therapie genauer auf die Patienten abzustimmen – und so die Nebenwirkungen zu reduzieren.“ (Prof. Dr. Martin Stanulla, Uniklinik Kiel)

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„Der Tumor wird dich sehr wahrscheinlich umbringen, wenn wir nicht operieren.“

Der 17jährige Jonas steht mitten im schönsten Teenagerleben. Er absolviert gerade seine sozialpädagogische Ausbildung und lernt für den Führerschein. Den Rest des Tages füllen Musik und Sport. Dann fängt der Junge mit einem Mal an, alles doppelt zu sehen. Der Augenarzt ist sich sicher: „Etwas drückt auf den Sehnerv,“ und schickt Jonas zur Untersuchung in die Klinik.


Mehr über Jonas‘ Geschichte lesen Sie hier.



Nico hat einen Hirntumor

2002: Der kleine Nico sieht aus wie ein völlig gesundes Baby.
 
Die junge Mutter Frau F. ist so glücklich mit ihrem kleinen „Sonnenschein“ Nico, bis sich alles ändert. Vor wenigen Wochen erst wurde ihr Baby geboren, ein fröhliches und kräftiges Kind.
 
 
Aber Nico ist krank. Vier Monate später ist er völlig abgemagert. Nico kann keine Nahrung bei sich behalten - und der Arzt vor Ort kann nicht helfen. Auf eigene Faust fährt die Mutter mit Nico in die Kinderklinik nach Fürth. Nach einer Kernspintomografie und einer Gewebeprobe stellen die Ärzte die Diagnose: Astrozytom. Das Kind hat einen Tumor am zentralen Nervensystem in der Nähe des Sehnerves, so groß wie eine Apfelsine. Nico‘s Überlebens-Chancen stehen schlecht.
 
Astrozytom:
Bei Kindern gehören Astrozytome zu den häufigsten Tumoren in der Großhirnrinde und an den Sehnerven. Damals, als Nico erkrankte, lag die 10-Jahres-Überlebensrate der Patienten bei nur 20 bis 30%, heute liegt sie – dank dem Fortschritt der Medizin – bei 40%.
 
Für Mutter und Kind beginnt eine jahrelange Leidenszeit. Das Kinderzimmer bleibt leer. Das Baby liegt Wochen und Monate in der Klinik. Der Kleine erlebt keine Spielplatzabenteuer und keinen Kindergarten. Seine Kindheit verbringt er auf der Krebsstation. Er lernt keine Freunde kennen, sondern Ärzte und Krankenschwestern, Angst und Schmerzen.
 
Die erste Operation. Die Ärzte kämpfen um Nicos Leben.
 
Die Operation ist schwierig. Der Tumor kann nicht vollständig entfernt werden. Die Ärzte sagen: „Wenn Nico die nächsten 5 Jahre überlebt, ist viel gewonnen.“ Ohne Unterbrechung liegt Nico 1½ Jahre auf der Kinderstation. Er wird mehrfach operiert, erhält Chemotherapien und muss alle 3 Monate zur Kontrolle in die Kernspintomografie. Endlich heißt es: Es sieht gut aus! Die Mutter atmet auf.
 
Jetzt muss Nico nur noch alle 6 Monate zur Kontrolle. Im Januar 2006 bei der Routine-Untersuchung dann der furchtbare Schock: Seit der letzten Kontrolle ist der Tumor rasend schnell gewachsen.
 
Januar 2006: Der Kampf beginnt von vorn.
 
Nico muss zurück in die Klinik. Die Ärzte operieren ihn volle 12 Stunden. Auch diese Operation verläuft gut. Nico liegt lange auf der Intensivstation und sein Sehvermögen ist jetzt beeinträchtigt; er wird jetzt mit Bestrahlungen weiter therapiert.
 
Jahre später, 2012, ein zweiter Rückfall. Jetzt wird Nico wieder mit Chemotherapie behandelt. Nach mehr als einem Jahrzehnt Kampf gegen den Krebs mit vielen Rückschlägen gibt es am Ende doch die erlösende Prognose: Nico wird es schaffen.
 
Nico verlor seine Kindheit an den Krebs. Aber das Leben hat er gewonnen.
 
Sommer 2012: Noch ist Nicos Behandlung nicht abgeschlossen. Immer wieder muss er für einige Tage nach Erlangen zur Therapie. Nico erträgt alles geduldig und „routiniert“.
 
Nico ist heute 10 Jahre alt und geht zur Schule. Er will Gitarre spielen lernen und wünscht sich ein Tandemfahrrad, dann kann er trotz seiner Sehbehinderung mit Freunden oder seiner Mutter Ausflüge machen.
Was für ein Gewinn wäre es, wenn Kinder wie Nico schneller geheilt und schonender therapiert werden könnten! Die Forschung arbeitet daran.

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"Ich bin noch da!"

2001: Im Alter von 7 Jahren wird bei Rieke ein Neuroblastom festgestellt.
 
„Ich weiß noch, wie es anfing: Manchmal war ich müde und hatte auch ein wenig Bauchschmerzen.“ Aber welches Kind hat das nicht ab und zu … Dann plötzlich, praktisch ohne Vorwarnung, fällt Rieke ins Koma, ist zwei Tage bewusstlos. Nach der Untersuchung dann der Schock für die ganze Familie: An Riekes linker Nebenniere sitzt ein sehr großer Tumor. In der Klinik wird Riekes Niere komplett entfernt. Aber die Ärzte finden auch Metastasen in den Lymphknoten, im Hals, im Rücken ... Anfangs stellte ich mir vor, dass kleine Krebse in mir krabbeln. Nach der OP wusste ich, wie schlimm es war“. Erst als Rieke die große OP-Narbe auf ihrem Bauch sieht, ahnt sie, wie krank sie wirklich ist.
    
Ein Neuroblastom wird in Deutschland jährlich bei rund 150 Kindern diagnostiziert. Damit gehört es zur dritthäufigsten Krebserkrankung bei Kindern. Ein Drittel von ihnen erkrankt schon im ersten Lebensjahr. In 50% der Fälle sind zum Zeitpunkt der Diagnose bereits Metastasen vorhanden. Die 5-Jahres-Überlebensrate hängt stark vom Stadium der Erkrankung ab. Sie liegt im Durchschnitt bei 55%, sinkt aber im fortgeschrittenen Stadium auf weniger als 20%.
 
2002-2005: Die qualvollen Jahre der Therapie.
 
Die Ärzte versuchen alles. Lange Zeit kann Rieke nicht gehen und muss getragen werden. In fünf Jahren wird sie insgesamt acht Mal operiert. Sie erhält 15 Chemotherapie-Blöcke, die sie sehr belasten. Drei Mal je fünf Wochen Strahlentherapie werden durchgeführt und – erstmals in Deutschland bei einem Kind – eine Elektrolyse-Therapie: Mit ihr gelingt es, den besonders großen Tumor erfolgreich einzudämmen. Doch der Fortschritt vollzieht sich quälend langsam.
 
„Die Chemos waren das Schlimmste. Ich bekam insgesamt 15 Blöcke Chemotherapie.“
 
2006: Aber Rieke gibt nicht auf ... und triumphiert.
 
Nach vielen Behandlungen gibt es dennoch drei Rückfälle. Der Kampf scheint immer wieder aussichtslos. Doch Rieke erträgt alles mit bewundernswerter Gelassenheit – und eines Tages stellen die Ärzte fest: Nach 5 Jahren hat ihr Körper die Kraft gefunden, sich erfolgreich gegen den Krebs zu wehren. Dank der Medizin konnte die Krankheit zum Stillstand gebracht werden. Seit 2006 ist Rieke wieder zu Hause. Im Juni 2012 feierte sie ihren 19. Geburtstag. „Ich hatte nie Angst vor dem Tod. Und meine Mutter war immer an meiner Seite. Das hat mir viel Kraft gegeben,“ sagt Rieke rückblickend.
 
„Die Therapie hat mir die nötige Zeit verschafft, bis mein Körper in der Lage war, sich gegen den Krebs zu wehren.“
 
2012: „Ich weiß, wie schlimm es ist,wenn man Krebs hat. Und ich möchte anderen Kranken helfen, wieder gesund zu werden.“
 
Als medizinische Fachangestellte möchte Rieke später selbst Erkrankten helfen. Aber sie sagt auch: „Die Medizin sollte noch mehr über den Krebs wissen, damit weniger Kinder sterben.“
 
Fast ihre ganze Kindheit und Jugendzeit lebte Rieke mit dem Krebs. Ihre lange „Krebs-Geschichte“ ist voller Aufs und Abs und hat ihre Spuren hinterlassen.
 
Die körperlichen und emotionalen Belastungen, die sie und ihre Familie in so langer Zeit getragen haben, können wir normalerweise nur ahnen - in diesem besonderen Fall jetzt aber auch nachlesen: Denn Rieke Stülten hat die Geschichte ihrer Krankheit, ihre Erlebnisse, aber auch ihre Empfindungen in einem Buch zusammengefasst. „Damit die Menschen wissen, wie sich das anfühlt.“
 
Seit Juni 2012 ist Riekes Buch erhältlich: „Ich bin noch da. Krebs ist, was Du daraus machst“ – so lautet sein Titel. Näheres dazu sowie Bestellmöglichkeiten finden Sie im Internet.
 
Nachfolgend ein Auszug aus Rieke‘s Buch (S. 141):
 
Die Aufnahmen (der MIBG-Szintigrafie-Untersuchung) zeigten für uns völlig unerwartete Ergebnisse  (…) Wir hatten den Gedanken oder vielmehr den Wunsch, dass ich nach so langer Zeit wieder gesund werden könnte, seit Jahren verdrängt und hinter uns gelassen. Wir hatten Angst vor der Hoffnung. Zwar sind Folgeschäden wie Epilepsie oder Schäden am Nervengewebe zurückgeblieben, wodurch meine Belastbarkeit immer noch eingeschränkt ist. Trotzdem: Der Sieger in diesem Kampf bin ICH! Die MIBG-Szintigrafie ergab, dass zwar alle zehn Tumore noch da sind, diese aber verkalken und nicht mehr aktive Krebszellen in sich tragen. Folglich habe ich (momentan) keinen Krebs mehr! Und wenn die Tumore in den nächsten fünf Jahren nicht wieder aktiv werden, bin ich den Krebs für immer los.
 
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Philipp hat einen Gehirntumor!

"Mein Mann brach bei der Diagnose zusammen.“
 
Philipps Mutter erinnert sich genau: Die Familie wollte gerade ins weihnachtliche Disneyland Paris aufbrechen. Alle sind voller Vorfreude. Da klagt Philipp (4) plötzlich über schlimme Kopfschmerzen, übergibt sich, sieht doppelt. Die schockierende Diagnose in der Kinderklinik am 23. Dezember: Ein Medulloblastom, ein bösartiger, schnell wachsender Tumor, breitet sich von Philipps Kleinhirn her aus. Die Prognose: Nur 10% Heilungschance ... Operation schnellstmöglich. 

Am zweiten Weihnachtstag liegt Philipp auf dem OP-Tisch. Das Risiko ist beträchtlich: Schaffen es die Ärzte, das kranke Gewebe vollständig zu entfernen? Wird das Gehirn durch die OP bleibend geschädigt? Gibt es Metastasen? 
 
Die Operation gelingt. Jetzt folgen Strahlen- und Chemo-Therapie.
 
Philipp bei der Bestrahlung.
Stofflöwe „Leo“ passt auf.
Die 7-wöchige Bestrahlungs-Therapie beginnt Ende Januar – mit neuen Ängsten für die Familie: Denn die Bestrahlung ist zwar bewährt und effektiv, kann manchmal aber Gehirn und Hormondrüsen schädigen. Anfang Mai startet die Chemo-Therapie. Alle Beteiligten hoffen, dass sie optimal anschlägt. Nebenwirkungen sind nicht ausgeschlossen: Die Nieren könnten leiden und Philipps Hörfähigkeit, besonders im Hochtonbereich. Über 12 lange Monate zieht sich die
Chemo-Therapie bei Philipp.
 
„Philipp hat nie geweint. Nicht nach der OP, bei keinem Nadelstich.“
 
Auch während der Therapieblöcke ist Philipp immer gut gelaunt und bringt alle zum Lachen. Der damalige Stationsarzt muss heute noch schmunzeln: „Einmal begleitete mich ein kahlköpfiger Arztkollege bei der Visite. Spontan fragte ihn Philipp: „Du kommst wohl auch gerade von der Chemo?!“ Philipp war unglaublich tapfer. Er hat bei allen Untersuchungen, Therapien und Studien aktiv mitgemacht. Das ist doppelt wichtig: einerseits um für den Patienten die optimale individuelle Therapie zu finden – aber auch um neue Therapie-Wege zu erforschen.“
 
Die Therapie schlägt an! Doch noch liegen schwere Zeiten vor der Familie.
 
Zuerst die Angst um das Leben des Kindes. Dann die Angst vor Folgeschäden. Mehrmals muss Philipp in die Reha. Er braucht teure Medikamente, z. B. auch ein Wachstumshormon, und die Kassen tragen längst nicht alle Kosten. „Wir mussten einen Kredit aufnehmen, um das Übrige zu bezahlen. Das war eine zusätzliche schwere Belastung.“ Und: Philipps Mutter muss ihren Job aufgeben. Denn Philipp braucht intensive Betreuung. Lange noch fürchten die Eltern, das Gehirn des Jungen könnte geschädigt sein. Sie üben gezielt mit ihm: Denkspiele, Konzentrationsaufgaben, Gleichgewichtsübungen. Aber alles geht gut.
 
Dann das erlösende Wort der Ärzte: Philipp ist wieder gesund.
 
Philipps Geschichte ist einige Jahre her. Aber so oder so ähnlich verlaufen die „Krebs-Geschichten“ betroffener Kinder und Familien auch heute tagtäglich. 1.800 Kinder erkranken jedes Jahr in Deutschland an Krebs. Drei von vieren werden gerettet.
 
Philipp hat vergangenes Jahr sein Abi gemacht. Zuvor schrieb er seine Facharbeit über die Zeit seiner Krankheit und konnte so verarbeiten, was er als kleines Kind durchgemacht hat. Heute studiert Philipp Film und Animation an der SAE (School of Audio-Engeneering) in München. Vor kurzem bereits hat er erfolgreich sein Diplom abgelegt und ist jetzt auf dem Weg zum Bachelor-Abschluss. „Wenn mir ein Kommilitone über vermeintliche  Probleme vorjammert, sage ich ihm: Glaub mir, das sind Kleinigkeiten. Ich WEISS es.“
 
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Ole´s Diagnose: Lymphdrüsenkrebs

"Es ist nicht die Schilddrüse. Es ist Krebs.“
 
 
Sommer 2007. Ole ist 15 Jahre alt, 1,80 m groß, kräftig und steht mitten im Teenagerleben: Er spielt Fußball (Stürmer in der B-Jugend), steht auf Disco, lockere Sprüche, coole Outfits und den HSV. Gerade hat er seine Ausbildung zum Zimmermann begonnen. Aber dann verliert er innerhalb von nur 4 Wochen plötzlich 36 kg (!) Körpergewicht. Erste Diagnose: Unterfunktion der Schilddrüse. Kurz darauf bricht Ole zusammen, wird nochmals untersucht - und sofort in die Uniklinik Kiel geschickt.
Sehen Sie rechts unten das Video über Ole´s Geschichte.
 
Diagnose Lymphdrüsenkrebs. Es sieht schlecht aus für Ole.
 
Lymphdrüsenkrebs ist besonders gefährlich; er befällt Lymphknoten, Milz, Knochenmark, Organe. Manche Formen sind ganz gut behandelbar, für andere gibt es bis heute keine lebensrettende Therapie. Auf der Krebsstation der Uniklinik wird bei Ole sofort die erste Chemotherapie eingeleitet.
 
„Bleiben Sie heute Nacht lieber bei Ole in der Klinik.“ 
 
Durch Oles Erkrankung stürzt das Leben der Familie in sich zusammen. Oles Mutter fährt monatelang täglich vom Wohnort (nahe Brunsbüttel) nach Kiel und zurück; natürlich gibt sie in dieser Zeit ihre Arbeit auf. „Der schlimmste Moment war, als der Arzt mir eines abends sagte, ich solle besser nicht nach Hause fahren. Die Nacht könnte kritisch werden“, erinnert sie sich.
Ole während der Therapie 2007.

 

 

Auf kleine Fortschritte folgen schwere Rückchläge.
 

Ole erzählt: „Als der Krebs weg war, hatte ich Pilze in der Lunge. Als die weg waren, war der Krebs wieder da.“ Zahlreiche Chemotherapie-Blöcke - z. T. mit Hochdosis - und Operationen wechseln sich in scheinbar endloser Folge ab. Insgesamt 9 Operationen einschließlich einer Knochenmarktransplantation lässt Ole in den Jahren 2007 bis 2009 über sich ergehen.

Vor allem während der Chemotherapie ist Ole hochgradig infektionsgefährdet.  

„Das Schlimmste war, wenn jemand auf meiner Station starb“ sagt Ole heute.
 
"Von den Chemos geht es dir richtig schlecht. Die Mundschleimhaut löst sich auf. Essen, Trinken, Sprechen – das geht vor Schmerzen nicht mehr. Nach den OPs hängst Du ewig an Schläuchen. Und wenn du in Quarantäne liegst und isoliert bist, macht dich das unglaublich fertig. Mein Körper hat Unglaubliches durchgemacht. Aber was das Allerschlimmste war, schlimmer als jede Chemo, Operation oder Quarantäne: Wenn auf meiner Station ein Mitpatient gestorben ist. 16 mal ist das passiert.“
 
Die Weiterentwicklung in der Krebsforschung war Oles Rettung.
Ole mit seiner Mutter, 2011
Ole ist ein Kämpfer, er gibt nicht auf. Im Juni 2009 kann er die letzte Therapie beenden. Dann Ostern 2010 nochmals ein Rückfallverdacht, der sich Gott sei Dank nicht bestätigt. Ole darf nach Hause – die Behandlung war erfolgreich.

„Ich danke allen, die geholfen haben.“
 

Seine Ausbildung als Zimmermann konnte Ole nicht fortsetzen – wegen der hohen Staubbelastung. Stattdessen absolvierte er erfolgreich die Ausbildung zum Ingenieurbauzeichner. In dieser Funktion arbeitet Ole heute beim Wasser- und Schifffahrtsamt Brunsbüttel.Nach wie vor geht er regelmäßig zur Kontrolle, zur Sicherheit. Viermal im Jahr trifft er sich mit „alten“ Mitpatienten von seiner Station. Lauter Gewinner im Kampf gegen den Krebs … Wir brauchen mehr von diesen Gewinnern!

Seinem Lieblingssport Fußball ist Ole treu geblieben: Ole trainiert die C-Jugend der SG Wilstermarsch. Sein Team schaffte 2014 den Aufstieg.

 

Junge Krebspatienten brauchen dringend unsere Unterstützung.
 

„Ich glaube, das Wichtigste ist, für einander da zu sein. In der Familie, aber auch alle auf der Krebsstation. Wir haben versucht, immer was zu machen, statt nur wehleidig dazusitzen: Basteln, Grillen ... Und wir haben nie gefragt: Schaffen wir das? Schaffen wir es nicht? Sondern nur: Wann komme ich hier endlich wieder raus? Weißt du, deinen Körper hat der Krebs erstmal im Griff. Du darfst ihm nicht auch noch deinen Geist überlassen. Nur dann kannst du kämpfen.“

 

Bitte stehen Sie mit uns gemeinsam an der Seite krebskranker Kinder.
 

Kinder bzw. Jugendliche, die den Krebs besiegen, verdanken ihr Überleben neuen Therapien aus der Krebsforschung. Diese Forschung zu unterstützen, dafür setzen wir uns mit allen Kräften ein. Wenn Sie uns dabei helfen möchten, freuen wir uns über Ihre Spende


Madeleine Schickedanz
„Es waren sehr persönliche Gründe, die mich 1990 veranlassten, die Madeleine Schickedanz KinderKrebs-Stiftung ins Leben zu rufen.“

Prof. Karl Welte:
"Leben und Gesundheit unserer Kinder sind die höchsten denkbaren Güter, die es auf jede Art und bei immer währenden Bemühungen zu erhalten und sichern gilt."

Tourvideo DJ Bobo



Ole's Geschichte